Schulwebsites sind kein gewöhnliches Webprojekt. Wer das einmal erlebt hat, weiss: Es gibt kaum eine andere Art von Website, die so viele unterschiedliche Menschen gleichzeitig ansprechen muss, so stark reguliert ist und dabei so wenig internes Know-how auf der Kundenseite voraussetzt. Wir haben in einem unserer jüngsten Projekte einen vollständigen Website-Relaunch für eine Schule durchgeführt und dabei die gesamte Konzeption und Umsetzung übernommen. Dieser Artikel fasst zusammen, was wir gelernt haben und was jede Schule wissen sollte, bevor sie entscheidet, ob sie eine Agentur oder einen Freelancer beauftragen.
Warum eine Schulwebsite kein Standard-Webprojekt ist
Der erste Unterschied fällt schon im Briefing auf. Unternehmen kommen meist mit einem klaren Verständnis ihrer Marke, ihrer Wettbewerber und ihrer Ziele. Schulen kommen mit Lehrplänen, Schulordnungen und dem Wunsch, irgendwie alle zufriedenzustellen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine strukturelle Realität: Lehrer und Schulleitung sind nicht dafür ausgebildet, strategisch über ihre Aussenwahrnehmung nachzudenken.
Gleichzeitig haben Schulen erstaunlich viel Markenpotenzial. Jede Schule hat eine Geschichte, eine Haltung, einen pädagogischen Schwerpunkt und eine Gemeinschaft, die sie von anderen unterscheidet. Dieses Potenzial zu entdecken und sichtbar zu machen, ist eine der schönsten Aufgaben in so einem Projekt. Es braucht aber professionelle Begleitung. Wer einfach fragt „Was wollt ihr auf die Website?“, bekommt eine Liste von Seiten. Wer fragt „Was macht eure Schule besonders?“, bekommt den Stoff für eine echte Marke.
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DSGVO, Barrierefreiheit, AV-Verträge, Impressum, AGB, Datenschutzerklärung - Da kann einem schon schwindelig werden. Haben Sie all Ihre Pflichten als Websitebetreiber im Blick?
Die Zielgruppen einer Schulwebsite sind komplexer als gedacht
Eine Schulwebsite hat keine eine Zielgruppe. Sie muss gleichzeitig für Eltern funktionieren, die entscheiden, ob sie ihr Kind anmelden, für Schülerinnen und Schüler, die sich informieren wollen, für zukünftige Lehrkräfte auf Jobsuche, für Fördervereins-Mitglieder, die Aktualität erwarten, und nicht zuletzt für Träger auf kommunaler, kantonaler oder staatlicher Ebene, die ganz andere Informationen suchen als alle anderen.
Das klingt nach Chaos, lässt sich aber mit einer sauberen Informationsarchitektur lösen. Die entscheidende Arbeit passiert nicht im Design, sondern in der Strukturierung: Wer sucht was, wann, auf welchem Gerät, mit welcher Absicht? In unserem Projekt haben wir dafür eine ausführliche Zielgruppenanalyse gemacht, bevor wir auch nur eine Seite konzipierten. Das hat im Nachgang viele Diskussionen gespart.
Datenschutz und Bildrechte: Das unterschätzte Kernproblem
Ein Thema, das uns am meisten Zeit gekostet hat und das in kaum einem Briefing als erstes auftaucht: Datenschutz bei Bildern. Schulwebsites wollen lebendig wirken, Menschen zeigen, Schulalltag greifbar machen. Das Problem ist, dass Schülerinnen und Schüler Minderjährige sind. Jedes Foto auf der Website benötigt eine ausdrückliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten, inklusive sauberer Dokumentation.
In der Praxis bedeutet das: Entweder man betreibt enormen organisatorischen Aufwand für Fotofreigaben, oder man findet eine andere Lösung. Wir haben uns in unserem Projekt für einen hybriden Ansatz entschieden. Professionelle Fotografen haben Gebäude, Räume und Situationen ohne erkennbare Personen aufgenommen. Für die Stellen, an denen Menschen im Schulalltag gezeigt werden sollten, haben wir mit KI-generierten Darstellungen gearbeitet. Das Ergebnis ist datenschutzkonform, wirkt lebendig und schafft trotzdem Identifikation. Es war eine ungewöhnliche Lösung, aber sie hat funktioniert.
Neben den Bildrechten ist DSGVO generell ein Pflichtthema. Eingebettete Karten, DSGVO-konforme Kontaktformulare, Newsletter-Tools, Videoeinbindungen: Jede dieser Funktionen hat datenschutzrechtliche Konsequenzen. Schulen stehen dabei unter besonderer Beobachtung, weil sie mit Daten von Minderjährigen arbeiten. Wer das nicht von Anfang an mitdenkt, baut eine Website, die nachträglich aufwendig umgebaut werden muss.
Barrierefreiheit ist kein optionales Feature
Die WCAG-Richtlinien für Barrierefreiheit im Web sind für Schulwebsites keine Kür, sondern Pflicht. In Deutschland und Österreich sind öffentliche Einrichtungen bereits durch das Behindertengleichstellungsgesetz sowie die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit im Web verpflichtet, zugängliche digitale Angebote bereitzustellen. Für Schulen als staatlich geförderte Institutionen gilt das in den meisten Fällen.
In der Praxis heisst das: ausreichende Kontrastverhältnisse, beschriftete Bilder mit Alt-Texten, tastaturnavigierbare Inhalte, skalierbare Schriftgrössen und eine semantisch korrekte HTML-Struktur. Das klingt technisch, macht aber einen echten Unterschied. Eine barrierefreie Website ist nicht nur zugänglicher für Menschen mit Einschränkungen, sie rankt auch besser in Suchmaschinen, lädt schneller und ist langfristig wartungsärmer. Wir empfehlen, Barrierefreiheit nicht als Nacharbeit, sondern als Designprinzip von Anfang an mitzudenken.
Design, das Redakteure nicht überfordert
Schulwebsites sind keine statischen Broschüren. Sie sind lebendige Plattformen: Termine werden aktualisiert, Veranstaltungen angekündigt, Klassenfotos hochgeladen, Elternbriefe als PDF hinterlegt. Das bedeutet, dass Menschen ohne technisches Hintergrundwissen regelmässig Inhalte pflegen müssen. In der Regel sind das Sekretärinnen, Lehrkräfte oder engagierte Eltern.
Wenn das Design nicht konsequent auf Redaktionsfreundlichkeit ausgelegt ist, entstehen Probleme. Entweder wird die Website nach der Übergabe nicht gepflegt und veraltet, oder sie wird gepflegt, aber dabei optisch ruiniert, weil das System keine Leitplanken bietet. Beides haben wir bei Bestandsprojekten schon gesehen.
In unserem Projekt haben wir deshalb im CMS klar definierte Inhaltsbausteine gebaut, die flexibel kombiniert werden können, aber nicht beliebig. Redakteure können Termine anlegen, Beiträge schreiben und Bilder hochladen, ohne dabei das Layout zu gefährden. Das Ergebnis ist eine Website, die ein Jahr nach Launch noch genauso aussieht wie am ersten Tag.

Nutzen Sie das Potenzial Ihrer Website voll aus?
Ein Relaunch bedeutet heute mehr als ein technisches Update. Er schafft die Grundlage für bessere Sichtbarkeit, klarere Positionierung und messbar mehr Anfragen.
Wir begleiten Sie dabei, Ihre Website strategisch neu zu denken und zukunftssicher aufzubauen. Mit klarem Plan, sauberer Umsetzung und einem Blick für das, was Ihr Unternehmen wirklich voranbringt.
Was wir anderen Schulen und Agenturen mitgeben würden
Aus allen Phasen des Projekts haben sich für uns einige klare Empfehlungen herauskristallisiert, die wir jedem empfehlen würden, der eine Schulwebsite plant:
- Startet mit einer echten Markendiskussion, nicht mit einer Seitenstruktur. Was die Schule ausmacht, muss zuerst klar sein.
- Plant Datenschutz und Barrierefreiheit von Tag eins ein, nicht als Abnahme-Checkliste am Ende.
- Denkt in Zielgruppen, nicht in Seiten. Die Navigation folgt daraus fast von selbst.
- Investiert in eine gute Redaktionslösung, die das Team wirklich bedienen kann. Die schönste Website ist wertlos, wenn sie nicht gepflegt wird.
- Klärt Bildrechte vor dem ersten Shooting. KI-generierte Ergänzungen können eine sinnvolle und DSGVO-konforme Alternative sein.
Das Projekt hat uns gezeigt, dass eine Schulwebsite mehr strategische Tiefe erfordert als viele andere Websites. Wer das ernst nimmt, schafft ein digitales Aushängeschild, das der Schule wirklich dient.
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